Pfarreiengemeinschaft

Christkönig Saal • St. Oswald Teuerting

Glaube im Alltag aus der Sonntagszeitung von Pater Cornelius Bohl OFM

„Wissen Sie, ich habe so viel bekommen, da will ich wenigstens etwas zurückgeben!“ Ein toller Satz! Er fiel kürzlich eher nebenbei in einem Gespräch mit einem Mann, der mir von einem ehrenamtlichen Engagement in einer Initiative für Geflüchtete erzählte.
Dieser Satz klingt so ganz anders als die moralischen Imperative, die gerade wir Christen oft im Hinterkopf haben: Man müsste und sollte… Ich sollte mehr Zeit haben für meine Familie, mich aktiver einbringen in einem Projekt unseres Viertels, mich stärker in der Gemeinde engagieren. Aber was soll ich denn sonst noch alles machen? Es wird mir doch jetzt schon vieles zu viel. Am Ende bleibt dann oft eine ungute Mischung aus dem Gefühl der Überforderung und einem schlechten Gewissen.
Das Gute, das Gott mir geschenkt hat, zurückerstatten – für Franz von Assisi ist das ein ganz wichtiger Gedanke. Er findet sich oft in seinen Schriften. „Selig der Mensch, der alles Gute Gott, dem Herrn, zurückerstattet“, schreibt er einmal.
Ich mache mir etwas vor, heißt es sinngemäß an anderer Stelle, wenn es mir nur darum geht, „den Buchstaben zu wissen“ und ihn anderen zu erklären und mir dann auf diese geistliche Erkenntnis auch noch etwas einzubilden, so, als wäre das meine Leistung.
Ein Leben im Geist zeigt sich vielmehr darin, dass ich versuche, Gott durch mein Leben das zurückzuerstatten, was er mir durch die Begegnung mit seinem Wort schenkt. „Alles Gute wollen wir dem Herrn zurückerstatten und ihm danken, von dem alles Gute kommt“, schreibt Franziskus in der ersten Regel.
Das gefällt mir: Die entscheidende Motivation, mich nicht nur um mich selbst zu drehen, ist weder Pflichterfüllung noch moralischer Druck oder gar die Sorge, wie ich vor anderen dastehe. Die entscheidende Motivation ist Dankbarkeit.
Pflichten können schwer belasten. Druck beugt nieder. Angestrengte Imagepflege macht oft hart und eng. Dankbarkeit dagegen weitet und lockert das Herz und macht frei.
Locker zu sein, gilt nicht gerade als klassische christliche Tugend. Eine verkrampfte Frömmigkeit aber entspricht ganz sicher nicht dem Geist des Evangeliums. „Ich bin nicht dankbar, weil ich glücklich bin“, formuliert es der Benediktiner David Steindl-Rast, „sondern ich bin glücklich, weil ich dankbar bin.“ Gerade der Urlaub kann eine Zeit sein, sich wieder einmal bewusst beschenken zu lassen. Großzügig sein aus Dankbarkeit – so etwas kann man einüben. Zu den guten alten Formen von Glauben im Alltag gehört ein Augenblick der Stille am Ende des Tages. Dabei muss die erste Frage nicht lauten: Was ist heute schiefgelaufen? Was habe ich falsch gemacht?
Wie wäre es stattdessen mit diesem Rückblick: Was habe ich heute Gutes erlebt? Womit wurde ich heute beschenkt? „Ich habe so viel bekommen, da will ich wenigstens etwas zurückgeben.“

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